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„Gran Torino“

Clint Eastwood lieh sich 2008 den schlichten Namen „Gran Torino“ von Ford und strickte rund um diesen uramerikanischen Wagen eine Parabel über Vorurteile, Rassismus und Gewalt, die beweist, dass das Alter manchmal vielleicht doch etwas weiser macht. Der Hauptcharakter Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist eine äußerst umstrittene Persönlichkeit, die sich nicht um politische Korrektheit schert und ihre Fremdenfeindlichkeit offen zur Schau trägt.
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Vorurteile und Gewalt

Verbitterung und Vorurteile prägen den Alltag des polnischstämmigen Koreakriegsveteranen und ehemaligen Ford-Mitarbeiters Walt Kowalski (Clint Eastwood). Nach dem Tod seiner Frau zieht sich der, von der amerikanischen Gesellschaft im Allgemeinen und seinen eigenen Söhnen im Besonderen, enttäuschte Kettenraucher immer mehr zurück und wird erst durch den jungen Hmong Thao (Bee Vang) und seine Familie zurück ins Leben geholt. Dieser bestätigt zunächst Walts Vorurteile, indem er versucht, im Zuge einer Mutprobe, dessen geliebten Gran Torino zu stehlen, gewinnt jedoch im weiteren Verlauf des Films sein Vertrauen und schlussendlich sogar seine Freundschaft. Nachdem Walt Thaos Schwester Sue vor Gangmitgliedern rettet, wird er wider Willen zum Helden des ganzen Viertels und der gesamten Hmong-Gemeinde. Gerade die Hmong waren es doch, über deren Nachbarschaft sich der grantelnde Walt immer beschwert hatte, doch beweist vor allem der junge Thao, dass er eine zweite Chance verdient hat.

Dirty Harry ist weiser geworden

Mit beinahe 80 Jahre bewies Clint Eastwood, dass immer noch der alte Dirty Harry in ihm steckt. Trotz seiner Vorurteile besitzt Walt Kowalski (Clint Eastwood) eine genaue Vorstellung von Recht und Unrecht. Dies zeigt sich besonders als er seinen Rassismus beiseite schiebt um Sue zu helfen, obwohl er ihre Familie eigentlich nicht mag und ihr Bruder seinen Gran Torino stehlen wollte. Auch Thao erhält von ihm die Möglichkeit seine Schuld abzutragen und dem alten Mann zu beweisen, dass sie so unterschiedlich dann doch nicht sind. Als sich die Gewalt in ihrem Viertel immer weiter zuspitzt, versucht Walt mit allen Mitteln Thao und seiner Familie zu helfen, muss alsbald jedoch erkennen, dass Gewalt nur zu noch mehr Gewalt führt.

Detroit – Abgesang auf eine ehemalige Metropole

Clint Eastwood zeichnete ein düsteres Bild der ehemaligen Motor-City Detroit, die vom Niedergang der amerikanischen Automobilindustrie sowie gewaltbereiten Jugendbanden geprägt ist. Walt Kowalskis (Clint Eastwoods) Gran Torino wirkt, nicht zuletzt wie sein Besitzer, wie das Relikt aus einer anderen Zeit, einer Zeit in der große Automobile noch Statussymbole waren und der Spritverbrauch noch kein Kriterium beim Autokauf. Obwohl Armut, Gewalt und Verzweiflung Walts Viertel prägen, zeigt Clint Eastwood Menschen, die nicht bereit sind aufzugeben und die bemüht sind ihre Lebensumstände, aller widrigen Umständen zum Trotz, zu verbessern.

Fazit

Mit Gran Torino hat Clint Eastwood erneut unter Beweis gestellt, dass er weit mehr ist als eine bloße Filmlegende. Als Regisseur und Darsteller ist es ihm gelungen, vor dem Hintergrund des Niedergangs einer ganzen Epoche, das in der amerikanischen Gesellschaft immer noch hochaktuelle Thema Rassismus ganz unsentimental aufzugreifen und mit dem Charakter des Walt Kowalski (Clint Eastwood) zu zeigen, dass Menschen selbst in hohem Alter noch in der Lage sind, ihr althergebrachtes Weltbild zu ändern und Neuem eine Chance zu geben.